Baubiologie Allgemein

Ist der Austausch von Au√üenluft und Innenluft verringert, k√∂nnen sich in der Wohnung Schadstoffe anreichern: Bauprodukte und Ausstattungsgegenst√§nde (zum Beispiel Teppiche, M√∂bel, Wandfarben) k√∂nnen viele fl√ľchtige organische Verbindungen (Volatile Organic Compounds, VOC) und schwerfl√ľchtige organische Verbindungen (Semivolatile Organic Compounds, SVOC) freisetzen.

Auch menschliche Aktivitäten können zur Verschlechterung der Raumluftqualität beitragen. Bei geringem Luftwechsel sind erhöhte Schadstoff- und Wasserdampf-Konzentrationen möglich. Die Wirkungen der Innenraumschadstoffe auf die Gesundheit können vielfältig sein und zum Beispiel Reizerscheinungen der Atemwege, Allergien und andere gesundheitliche Störungen hervorrufen.

Bauprodukte (zum Beispiel Farben, Lacke, Holzschutzmittel, Holzwerkstoffe, Bodenbeläge und Klebstoffe, Wand- und Deckenverkleidungen, Abdichtungen, Putz, Mauersteine, Zement und Beton) enthalten zahlreiche Substanzen, die sie in die Innenraumluft, den Boden oder das Grundwasser abgeben. Es handelt sich dabei um organische oder anorganische Stoffe, welche die Umwelt und die menschliche Gesundheit gefährden können (siehe auch: Umwelt- und gesundheitsgefährdende Stoffe in Bauprodukten).

Holzwerkstoffplatten, wie Spanplatten und zunehmend OSB-Platten (Oriented Strand Board) werden in Deutschland sehr h√§ufig verwendet – vorwiegend gro√üfl√§chig in Innenr√§umen und in der Konstruktion von Leichtbauw√§nden. Ihre fl√ľchtigen Inhaltsstoffe, unter anderem Formaldehyd bei Spanplatten und Hexanal sowie Terpene bei OSB-Platten, gelangen in die Innenraumluft. Holzwerkstoffplatten sind neben anderen Produkten eine bedeutende Quelle f√ľr Innenraumluftverunreinigungen. Welche gef√§hrlichen Substanzen die Baustoffe in welchen Mengen abgeben, wird in vielen Studien untersucht. Derzeit fehlen umfassende Informationen dar√ľber, wie sich solche Stoffe auswirken, falls sie in geringen Konzentrationen, aber √ľber l√§ngere Zeitr√§ume hinweg vom Menschen aufgenommen werden. Unerw√ľnschte Wirkungen lassen sich daher nicht v√∂llig ausschlie√üen.